Lokale Bündnisse für Familie
Eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Wer organisiert "Lokale Bündnisse für Familie"?
Das Ziel lautet: ein positives Klima für Familien schaffen. Gefragt sind alle, die mit Familien zu tun haben: Behördenleiter und Verbandsvertreter, Stadtverwaltung und Stadtrat, Unternehmerinnen und Unternehmer, Betriebsräte und Kammern, Vereine, Verbände, Kirchen und freie Wohlfahrtsträger, Kindergärten, Elternpflegschaften, Nachbarschaftszentren und viele mehr.
Dabei geht es um Busfahrpläne und Ampelschaltungen, Familienpässe und den Zusammenhalt der Generationen, um die Balance von Familie und Beruf und um flexible Kinderbetreuungsangebote auch zu Tageszeiten, an denen die üblichen Kindertageseinrichtungen geschlossen haben. Das ist lokales Engagement für Familien. Wer sich da zusammenschließt, sind die Praktiker, die wissen, wo der Schuh drückt. Das können die örtlichen Sparkassen sein, die Kirchengemeinde, die Unternehmen, die Elternvertretung. Sie alle haben erkannt: Familie bringt Gewinn: für Kommunen, den Standort, Unternehmen und freie Träger.
Was sind "Lokale Bündnisse für Familie"?
Einfach gesagt: Ein Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen mit dem Ziel, etwas für Familien zu bewirken. Das kann ein lockerer Gesprächskreis sein, eine feste Arbeitsgruppe oder ein eingetragener Verein.
Auf jeden Fall sollten solche Bündnisse keine Debattierclubs bleiben, sondern Diskussionsforen und Ideenschmieden werden, die konkrete Vereinbarungen treffen und ihre Vorstellungen auch in die Praxis umsetzen. Bewerben muss sich niemand, es gibt auch keine Aufnahmeprüfung. Es werden Partner vor Ort gesucht, mit denen man gemeinsam aktiv werden kann. Einem Bündnis können alle angehören, die vor Ort mitverantwortlich für die Lebensbedingungen von Familien sind. Es gibt keine Regel, welche Akteure dabei sein müssen und wie viele Partner eine Initiative haben sollten. Aber ohne feste Vereinbarungen, verbindliche Termine und eine dauerhafte Arbeitsplanung wird es nicht gehen.
Und: Ein Bündnis sollte nicht ausschließlich aus Privatpersonen bestehen. Unternehmen, kommunale Einrichtungen oder soziale Träger sollten schon dabei sein. Dennoch können Einzelpersonen in einem "Lokalen Bündnis für Familie" eine wichtige Rolle spielen. Gerade namhafte Persönlichkeiten - die lokale Prominenz - sind häufig eine große Hilfe, wenn ein Bündnis um Aufmerksamkeit und Unterstützung werben möchte.
Warum werden solche Bündnisse ins Leben gerufen?
Um ein besseres Klima für Kinder und Eltern zu schaffen, wenn wir verhindern wollen, dass die Geburtenrate so niedrig bleibt. Ziel der Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" ist es, dass sich in möglichst vielen Kommunen möglichst viele lokale Bündnisse etablieren.
Ob Familien sich wohl fühlen entscheidet sich dort, wo sie leben, arbeiten und wohnen. Hier spüren Familien, wo schon kleine Verbesserungen große Erleichterungen bringen können. Kommunen gestalten das Wohnumfeld; sie betreiben Krippen, Kindergärten und Ganztagesschulen, stellen Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Unternehmen schaffen die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz. Soziale Einrichtungen bieten Betreuungsmöglichkeiten an und helfen in Notlagen.
Viele Kommunen und Unternehmen haben bereits familienfreundliche Maßnahmen getroffen. An vielen Orten gibt es auch schon Initiativen und Netzwerke für Familien. Manche bilden sich gerade erst, andere sind schon seit Jahren aktiv und haben Einiges erreicht. Ein lokales Bündnis gibt dem Thema Familie eine größere Resonanz. Schon das ist ein Erfolg!
Und mehr noch: Gemeinsames Handeln eröffnet neue Chancen. Wenn unterschiedliche Partnerinnen und Partner in einem "Lokalen Bündnis für Familie" zusammenarbeiten, entstehen neue, unkonventionelle Ideen. Auf einmal wechselt die Perspektive, eine wesentliche Voraussetzung für kreative Ideen. Maßgeschneiderte Lösungen tun sich auf, bei denen die Phantasie und die Möglichkeiten von Einzelnen nicht ausgereicht hätten. Auf einmal wird machbar, was bisher "nicht durchführbar" schien.
Was kann ein Bündnis tun?
Ein "Lokales Bündnis für Familie" kann sich auf allen Ebenen engagieren, auf denen die Rahmenbedingungen für Familien verbessert werden können. Angefangen von der Kinderbetreuung über neue Arbeitszeitregelungen oder Anlaufstellen für Jugendliche, die Zuflucht und Hilfe brauchen, bis hin zu Angeboten, die pflegende Angehörige entlasten.
Inhaltliche Vorgaben für die Teilnahme an der Initiative gibt es nicht. Jedes Bündnis entscheidet vor Ort selbstständig und unabhängig über seine Zusammensetzung, Ausrichtung und Zielsetzung. Da die Situation und der Bedarf sehr unterschiedlich sind, unterscheiden sich auch die einzelnen Bündnisse.
Der Effekt: Wenn sich viele einzelne Initiativen zusammen finden, wenn spürbar ist, dass sich immer mehr Kommunen, Firmen und Organisationen für ein familienfreundliches Klima einsetzen, dann fällt vielen zukünftigen Eltern die Entscheidung für ein Kind leichter.
Wie profitieren Unternehmen?
Nicht nur für Familien ist ein lokales Bündnis interessant, auch Unternehmen profitieren vom Engagement der Bündnisse, das belegen alle aktuellen Studien und Gutachten. Eine familienbewusste Personalpolitik sorgt für ein positives Image und eine höhere Zufriedenheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Rein betriebswirtschaftlich gerechnet stehen den Kosten für Betriebskindergärten oder für die Einrichtung von Telearbeitsplätzen wesentlich höhere Einsparungen durch geringere Krankenstände, geringere Einarbeitungskosten durch familienbedingten Personalwechsel, sowie höhere Motivation und bessere Arbeitsergebnisse gegenüber. Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen in einem lokalen Bündnis spart Kosten, erhöht den Nutzen und verstärkt so die betriebswirtschaftlichen Effekte von Familienfreundlichkeit.
Für kleine und mittlere Unternehmen bieten Bündnisse besondere Chancen: Im Verbund lassen sich familienfreundliche Maßnahmen umsetzen, die für ein einzelnes Unternehmen eine Nummer zu groß sind. Beispiele für eine unternehmensübergreifende Personalentwicklung sind Fortbildungen oder Angebote in der Elternzeit. In Zusammenarbeit mit einer Kindertageseinrichtung oder einem Familienservice können Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.
Ganz allgemein gilt: Die Vernetzung mit Partnern vor Ort verschafft einen Informationsvorsprung, Nähe zu Kundinnen und Kunden und damit Wettbewerbsvorteile. Bündnisse vor Ort bieten die Gelegenheit, die Qualität des Standorts als Unternehmen aktiv mitzugestalten.
Was haben die Kommunen davon?
Alle Städte und Gemeinden stehen im Wettbewerb um Einwohner, Finanzen und Unternehmensansiedlungen. Ein Wettbewerb, der sich im Zuge der demografischen Entwicklungen noch verschärfen wird. Unter den "weichen" Standortfaktoren gewinnt Familienfreundlichkeit zunehmend an Bedeutung. Eine niedrige Geburtenrate ist kein unabwendbares Schicksal: Ein gutes Betreuungsangebot für Kinder, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten für Familien, kinderfreundliche Busse und Bahnen erleichtern vielen Unternehmen das "Ja" zu einem Standort - und Eltern die Entscheidung, an diesem Ort Kinder zu bekommen und großzuziehen.
Und: "Lokale Bündnisse" helfen Kommunalbehörden, auch in Zeiten knapper Kassen neue Ideen umzusetzen. In Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern aus Wirtschaft und Verbänden entsteht so manches, was einer Behörde allein nicht gelungen wäre.
Weitere Informationen
finden Sie unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
